Gebrüder Greiner von 1785 bis ca 1939
1785 wurde die Rauensteiner Porzellanfabrik gegründet, die sich in
den nachfolgenden Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Unternehmen in
Südthüringen entwickelte.
Noch immer gelten Stücke aus Rauensteins Produktion als Kostbarkeiten, obwohl
manche Historiker lediglich das Klischee vom massenhaft produzierten
Gebrauchsporzellan wiederholen. Die Rauensteiner lieferten jedoch eine
vorzügliche, in vielem spielerisch anmutende Handmalerei (Blauvogelmuster),
und bald kamen zum Gebrauchsgeschirr Figuren und Figurengruppen, Genrebilder (wie die von Hermann Weigelt),
welche den Werken großer Maler nachempfunden sind und auf Porzellan zu neuen
Originalen wurden.
Bleibende Erinnerungen verbinden noch heute die wenigen lebenden Porzelliner
mit ihrem Betrieb, und sie hängen an jenen Persönlichkeiten, die als Direktoren
oder Unternehmer herausragten. Im Rauensteiner Herrengarten steht das Grabmal
der Eheleute Georgii. Mit Franklin Georgii, Besitzer der Fabrik ab den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts,
Abgeordneter, Inhaber vieler Ämter, begann eine sehr erfolgreiche Periode
der Rauensteiner Porzellanproduktion. Seine Frau Lonny engagierte sich auf
sozialem Gebiet.
Georgii starb im Jahre 1900. In diesem Jahr wurde die Firma Friedrich Christian Greiner & Söhne in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Gesellschaft verschuldete und wurde kurz vor
dem 2.Weltkrieg von dem mächtigen Porzellankonzern in Kahla aufgekauft und
stillgelegt.